Pädagogischer Schwerpunkt
Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind als eigenständige Persönlichkeit, das auf individuelle Art und Weise die Welt entdecken und erforschen möchte. Deshalb sehen wir die Pädagoginnen und Pädagogen als Weg- und Entwicklungsbegleiter*innen. Sie begegnen jedem Kind mit Respekt, Wertschätzung, ohne Druck und nehmen das Empfinden jedes Einzelnen ernst. Durch diese Haltung und die Strukturen des Kitaalltags geben wir den Kindern Orientierung und Sicherheit auf dem Weg zur Selbstständigkeit.
Wir wollen eine diskriminierungsfreie Lernumgebung schaffen und sehen Vielfalt als Bereicherung. Dabei ist uns die enge Zusammenarbeit mit den Familien und gegebenenfalls externen Hilfssystemen (z.B. Logopädie und Ergotherapie in Kooperation mit der „Praxis Ida“) wichtig.
In unserer Kita agieren pädagogische Fachkräfte bewusst nicht geschlechtsstereotyp. Dies zeigt sich auch in der Gestaltung der Räumlichkeiten und des Materials.
Wir betrachten Kita und Familien als sich ergänzende und eng miteinander verwobene Bereiche der Lebenswelt des Kindes. Uns sind der vertrauensvolle Austausch, Transparenz und die familiäre Atmosphäre in unserer Kita besonders wichtig. Während der morgendlichen Bringzeiten ist bei Bedarf kurz Zeit, um sich gegenseitig zu informieren und beim Abholen am Nachmittag gibt das Team eine Rückmeldung zum Tag des Kindes.
Altersmischung
Bei uns gibt es drei Kita-Gruppen mit je 15 Kindern, die sehr eng miteinander kooperieren: „Kita Kaninchenbau“ (am Sentmaringer Weg) sowie „Fuchsbau“ und „Dachsbau“ (Sankt-Josefs-Kirchplatz). Unsere Gruppen sind altersgemischt (ab einem Jahr bis zur Einschulung), da sowohl Kinder als auch pädagogisches Fachpersonal von diesem Konzept profitieren. Die Interaktion zwischen den Kindern verschiedener Altersgruppen wird so zum Schatz der Entwicklung. Die altersgemischten Gruppen geben Kindern zudem Sicherheit und Geborgenheit, da ein fließender Übergang stattfindet: bei uns gibt es keinen Kita- oder Gruppenwechsel für Kinder ab 3 Jahren. Um den verschiedenen Altersgruppen gleichzeitig gerecht zu werden, finden z.B. das Mittagessen, Ruhephasen oder Schlafen und das Turnen getrennt statt. Für Ausflüge, wie z.B. Theaterbesuche, werden altersentsprechende Kleingruppen gebildet. Für pädagogisches Fachpersonal bedeutet die Arbeit in unseren altersgemischten Gruppen, dass sie intensiv beobachten und sich ihr Blick auf Gruppenbildung, individuelle Förderung, Angebote und Ausflüge abwechslungsreich gestaltet. Die Begleitung vom ersten bis zum letzten Kitajahr ist für uns ein weiterer Baustein, um eine familiäre Atmosphäre zu ermöglichen.
Eingewöhnung
Wir möchten den Kitastart für alle Beteiligten so angenehm wie möglich gestalten. Die Eingewöhnung wird daher individuell und sensibel nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“ gestaltet. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine feste pädagogische Bezugsperson, eine Begleitperson aus der Familie und einen klar strukturierten, vorhersehbaren Tagesablauf in der Kita. In dieser Zeit verzichten wir bewusst auf z.B. Ausflüge und besondere Aktivitäten.
Um den ersten Kontakt zur Kita möglichst sanft zu gestalten haben sich Hausbesuche und „Schnuppertage“ bewährt. Die Kinder profitieren von dem Besuch zu Hause und Kennenlernen einer Person des Teams in ihrer gewohnten Umgebung, wenn sie im Kita-Alltag starten. Auch „Schnuppernachmittage“ bieten Kind, Familie und Team einen sanften Einstieg ins Kita-Leben, da das Kennenlernen und Orientieren in der Kita-Gruppe so nach und nach stattfinden kann.
Essen und Trinken
Das gemeinsame Essen ist für uns mehr als nur eine Mahlzeit – es ist eine wertvolle Zeit des Miteinanders. Kinder und Team sitzen gemeinsam am Tisch, tauschen sich aus, entwickeln Tischkultur und gestalten Rituale wie unseren Tischspruch. Die Kinder können sich jeden Tag auf ein abwechslungsreiches und liebevoll zubereitetes Mittagessen freuen. Dabei legen wir Wert auf eine bunte Vielfalt an Zutaten und Geschmacksrichtungen, damit die Kinder Lebensmittel entdecken und eine gesunde Esskultur entwickeln können. Frisches, möglichst saisonales Obst und Gemüse sowie Backwaren beziehen wir für beide Standorte von regionalen Bio-Händlern.
Unsere Köchin und unser Koch verwandeln diese hochwertigen Zutaten jeden Tag in ein nahrhaftes Frühstück und ein vegetarisches Mittagessen. Das Frühstück variiert zwischen Müsli, Brötchen, Vollkornbrot und frischem Obst – dazu gibt es Mineralwasser und ungesüßten Tee. Auch Kinder mit Allergien oder Unverträglichkeiten sind bei uns gut aufgehoben: Unser geschultes Personal sorgt dafür, dass jedes Kind unbeschwert genießen kann.
Neben unseren gesunden und abwechslungsreichen Mittagsgerichten gibt es natürlich auch beliebte Klassiker: Nudeln mit Tomatensoße und fluffige Pfannkuchen finden ebenso ihren Platz im Speiseplan wie Parmesankartoffeln mit Gurkensalat und Ofengemüse mit Couscous und Joghurt. Die Wünsche der Kinder fließen natürlich auch in die Essensplanung ein.
Auch am Nachmittag gibt es eine leckere Stärkung: „Das Knabbern“ wird vom Team vorbereitet und reicht von frischem, geschnittenem Obst über cremigen Joghurt bis hin zu duftenden, selbstgebackenen Apfelschnecken.
Ein besonderes Highlight ist unser wöchentliches Koch- oder Backangebot in der Kita Bullerbü, bei dem einige Kinder gemeinsam mit unserer Köchin den Umgang mit Lebensmitteln entdecken und Köstlichkeiten zaubern.
Mitwirkung der Kinder
Wir möchten, dass Kinder beteiligt sind an Planungen und Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen. (Partizipation) Von klein auf dürfen Kinder bei uns mitbestimmen und so Demokratie erleben: sie finden Lösungen für anstehende Fragen und Probleme, übernehmen Verantwortung in ihrem Kita-Alltag und gestalten Aktivitäten. Dabei lernen sie gleichzeitig das eigene Wohl und auch das der Gemeinschaft im Blick zu haben. (Zum Beispiel wird der Morgenkreis von Kindern moderiert und mit Gebärden begleitet. Auch die Gruppennamen „Kaninchenbau“, „Fuchsbau“ und „Dachsbau“, die sich in der Natur teilweise wirklich ihre Bauten teilen, wurden von den Kindern entwickelt, genauso wie die Namen der beiden Turngruppen)
In der Kinderkonferenz treffen sich die Kinder einer Gruppe jede Woche: dort wird der Wochenablauf vorgestellt, Wünsche, Fragen und Probleme eingebracht und diskutiert oder Aufgaben im Kita-Alltag (z.B. das Tischdecken) freiwillig übernommen. Zusätzliche finden Kinderkonferenzen zu Themen, die alle drei Kitagruppen betreffen mit allen Kindern unseres Vereins statt. (Zum Beispiel zu „Möchten wir als Kita einen Ausflug in den Zoo machen?“ oder „Was wünschen wir uns für das Laternenfest?“)
Kooperation unserer Kitas
Die Kooperation zwischen „Kaninchenbau“, „Dachsbau“ und „Fuchsbau“ bedeutet für die Kinder aller Gruppen, dass sie z.B. beim Turnen, Spielen, bei Ausflügen, in der Vorschulgruppe oder wenn Gruppen krankheitsbedingt zusammengelegt werden mit Kindern der anderen vereinsinternen Kitagruppen Erlebnisse teilen,
die Gruppenräume, Materialien und Spiele der anderen Einrichtung, Kinder und pädagogisches Fachpersonal der anderen Gruppen des Vereins kennenlernen. Es ist immer eine Begleitperson der eigenen Gruppe dabei.
Nachmittags werden die Gruppen vom „Kaninchenbau“ und der „Kita Bullerbü“ zusammengelegt, um eine konstante Betreuung sicherzustellen.